Nachhaltigkeit ist längst kein Randthema mehr. Sie bewegt sowohl Kunden als auch Anbieter und gewinnt spürbar an Bedeutung im Versicherungsmarkt. Das zeigt unter anderem die Assekurata‑Studie „Nachhaltigkeit der Versicherer aus Kundensicht“, in der mehr als 4.500 Versicherte befragt wurden. Über die Hälfte der Befragten stuft demnach Nachhaltigkeit bei Versicherungen inzwischen als „wichtig“ oder „eher wichtig“ ein – ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Jahren. Dieser Trend macht klar: Nachhaltigkeit ist kein kurzfristiger Hype, sondern eine wachsende Erwartung im Markt.
„Ich stelle oft gemeinsam mit bessergrün die tariflichen Mehrleistungen der gelisteten Versicherer sowie ihr weitergehendes Engagement für die Umwelt vor. Das wird von vielen als gut und wichtig bewertet“, berichtet Versicherungsmakler Bertram Stehmann aus dem täglichen Kundendialog.
Trotz dieser wachsenden Bedeutung bleibt das Thema komplex: Viele Kunden wissen nicht genau, was unter Nachhaltigkeit im Kontext von Versicherungen zu verstehen ist und wie Vermittler diesen Mehrwert glaubhaft vermitteln können. Die Studie zeigt, dass Unternehmen und Vermittler weiterhin gefordert sind, Nachhaltigkeitsaspekte verständlich und transparent zu erklären, da viele Verbraucher kein klares Bild davon haben, was nachhaltige Geschäftspraktiken konkret bedeuten.

„Auch wenn sich Versicherungsmakler und Kunden bereits mit den Grundprinzipien von ESG befasst haben, sehen wir doch häufig die Schwierigkeit, diese wichtige Thematik auch im Detail greifbar darzustellen. Wir sehen es daher als unsere Aufgabe an, unsere Kollegen genau an dieser Stelle zu unterstützen. Kunden sind offen für Nachhaltigkeit, wenn Transparenz herrscht und sichergestellt werden kann, dass es sich nicht nur um Greenwashing handelt“, erklärt Andreas Brunner, Vorstandsvorsitzender der VEMA.
Damit wird Nachhaltigkeit vom Marketingthema zum strategischen Beratungsfaktor, weil Kunden echte Orientierung und nachvollziehbare Antworten erwarten – etwa dazu, wie Produkte ESG‑Kriterien berücksichtigen, wie Kapitalanlagen nachhaltig ausgerichtet sind oder wie Risiken des Klimawandels im Versicherungsschutz abgebildet werden. Vermittler, die diese Themen aufgreifen und verständlich in Gespräche einbinden, schaffen Vertrauen und Differenzierung.
„Kunden mit nachhaltiger Orientierung sind längst keine Nische mehr. Wer im Gespräch gezielt auf Fragen zur nachhaltigen Kapitalanlage eingeht, schafft echten Mehrwert und stärkt das Vertrauen deutlich“, betont Henning Bernau, Vertriebsvorstand der NV-Versicherungen und Geschäftsführer von bessergrün.

Dabei gilt: Nachhaltigkeit verkauft sich nicht automatisch über ein Label. Kunden honorieren sie dann, wenn sie klar und nachvollziehbar kommuniziert wird – nicht als Pflichtübung, sondern als Bestandteil der Beratung, die aufzeigt, was Nachhaltigkeit konkret für den Kunden bedeutet. Transparente Informationen zur Kapitalanlage, zu umweltbezogenen Produktmerkmalen oder zu ökologischen Projekten sind hierfür ebenso wichtig wie eine verständliche Sprache und offene Kommunikation. „In der Regel ist auch ein höherer Beitrag nicht das Thema“, ergänzt Versicherungsmakler Bertram Stehmann.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen auch, dass Nachhaltigkeit im Markt nicht mehr nur eine Nischenposition einnimmt, sondern sich zu einem relevanten Bestandteil der Kundenwahrnehmung entwickelt. Sie wird zunehmend honoriert und kann zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden, wenn Vermittler sie aktiv als Beratungsangebot nutzen und so Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.
Nachhaltig versichert zu sein ist deshalb mehr als ein Marketingargument: Es ist ein Angebot, das Vertrauen schafft, langfristige Kundenbeziehungen stärkt und Vermittlern hilft, sich im Markt klar zu positionieren – jenseits von Preisvergleichen und oberflächlicher Kommunikation.