Geisternetze-Projekt 2025 in der Nordsee

„Für uns Taucher ist sofort ersichtlich, wie stark die Unterwasserlandschaft beschädigt wird“

Vom 8. bis 10. September 2025 wird das Geisternetze-Projekt in die dritte Runde gehen. Mit Unterstützung der Taucher von „Ghost Diving Germany“ und engagierten Partnern werden wieder gefährliche Geisternetze aus der Nordsee geborgen. Dabei stehen die Taucher vor vielen Herausforderungen.
Derk Remmers von Ghost Diving Germany auf einem Boot
Derk Remmers, Taucher bei Ghost Diving über den kommenden Einsatz: „Am wichtigsten ist mir die Sicherheit aller – und dass wir möglichst viele Netze aus dem Meer holen.“ Quelle: Jens Schipper/bessergrün

Tauchen für eine saubere Nordsee

Alte, verlorene Fischernetze aus der Nordsee bergen: Das ist die Mission des Geisternetze-Projekts Anfang September 2025. Taucher von Ghost Diving Germany werden diese verlorenen Fanggeräte in der Nordsee sammeln und entfernen. Starten werden sie gemeinsam mit Helfen und Unterstützern in Neuharlingersiel und Bensersiel im Nordwesten Niedersachsens.

Die herrenlosen Netze, die in allen Meeren zu finden sind, sind eine tödliche Gefahr für Meereslebewesen, da sie jahrelang unkontrolliert weiter „fischen“ können. Die Bergung ist dabei eine technische Herausforderung, da die Netze oft in Schiffswracks verfangen sind und unter schwierigen Bedingungen, wie starken Strömungen und eingeschränkter Sicht, freigelegt werden müssen. „Es ist immer eine Herausforderung, vor allem in der Nordsee, wo die Gezeiten und Strömungen das Tauchen besonders schwierig machen“, beschreibt Derk Remmers, 2. Vorsitzender von Ghost Diving Germany und aktiver Taucher, die Bedingungen.

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Ghost Diving Germany: Eine weltweit tätige Initiative

Ghost Diving Germany ist der deutsche Ableger der internationalen Organisation Ghost Diving International. „Die Idee, eine weltweit tätige Organisation zu gründen, die sich der Bergung von Geisternetzen und verlorenen Fischereigeräten widmet, fand ich von Anfang an großartig“, sagt Remmers. „Als wir den deutschen Ableger aufbauen wollten, war es für mich selbstverständlich, mich zu engagieren.“

Derk Remmers taucht seit den 1980er Jahren in europäischen Gewässern und ist begeisterter Wracktaucher. Bei seien Einsätzen wird er immer wieder mit den Folgen der Meeresverschmutzung konfrontiert. „Für uns Taucher ist es sofort ersichtlich, wie stark die Unterwasserlandschaft durch verlassene Fischernetze und andere Fischereigeräte beschädigt wird“, erklärt Remmers. „Es ist für mich ein besonderes Anliegen, die Umwelt zu schützen und so viel wie möglich von diesen Gefahren zu entfernen.“

Herausforderungen bei der Bergung in der Nordsee

Die Arbeit in der Nordsee stellt besondere Herausforderungen: Starke Strömungen, eingeschränkte Sicht und die Gezeiten machen jedes Tauchen zu einem schwierigen Unterfangen. „In der Nordsee können wir nur während der Gezeitenwechsel tauchen, wenn die Strömung nachlässt. Die Netze sind oft tief in Wracks verfangen und müssen mit viel Mühe freigelegt werden“, beschreibt Remmers die körperlich und technisch anspruchsvolle Arbeit. „Jeder Taucher muss genau wissen, was er zu tun hat, um Verletzungen zu vermeiden und die Bergung sicher durchzuführen. Es ist also Teamarbeit.“

„Die Arbeit ist körperlich anstrengend, und oft sind die Taucher sehr lang unter Wasser und auf dem Meer. Aber der Moment, in dem wir ein Netz erfolgreich bergen und es aus dem Wasser holen, ist jede Mühe wert“, sagt Remmers, um die Bedeutung dieser Aktionen zu unterstreichen.

Das Bewusstsein für Meeresverschmutzung

Trotz der großen Fortschritte bleibt der Kampf gegen die Meeresverschmutzung eine ständige Herausforderung. „Leider hat sich das öffentliche Bewusstsein in den letzten Jahren kaum verändert. Es gelangt weiterhin zu viel Fischereigerät in die Meere“, kritisiert Remmers.

„Manchmal wünsche ich mir, dass die Menschen unter die Meeresoberfläche gucken könnten. Es wäre schön, wenn für eine kurze Zeit das Meer mal abfließen würde, damit die Menschheit sehen kann, was sie an Rückständen und Einwirkungen im Meer hinterlässt. Vielleicht würde es helfen, nachhaltiger zu agieren, wenn man direkt sehen kann, was die Auswirkungen seines Handels sind“, sagt Remmers in Bezug auf den aktuellen Meeresschutz.

Geisternetze-Projekt 2025: Nachhaltiges Engagement für die Meere mit bessergrün

Auch in diesem Jahr können Interessierte am Geisternetze-Projekt teilnehmen und die Einsätze von den Begleitschiffen aus hautnah miterleben. Über 150 Vertriebspartner haben sich angemeldet und werden auf der Nordsee dabei sein, wenn Ghost Diving abtaucht, um die herrenlosen Netze zu bergen.

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